Samstag, 21. Januar 2017

Interview mit einer Autorin.... heute Tina Zang


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Wenn man auf den Namen Tina Zang stößt, fragt man sich vielleicht erst einmal „Wer bitte?“ So ging es mir am Anfang auch. Inzwischen kann ich diesen Autorennamen gut einordnen. Vielleicht sagt Euch der Name Christine Spindler etwas? Macht nichts, ich erzähle Euch heute ein wenig von der Autorin der Kinder / Jungend, Chick Lit und auch Krimibücher. Vor allem letzteres englischsprachig. In Deutschland ist sie besonders für ihre bei arsEdition erschienene Kinderbuchserie um Karatehamster Neo bekannt geworden.
Bildergebnis für gänseblümchen clipartIhr Lebenslauf ist auf jeden Fall sehr interessant: kurzzeitiges Studium in Physik, Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin und zuletzt als Sekretärin am MPI für Kernphysik. Wow kann man da nur sagen!!
Doch alles hat sie wohl nicht so zufriedengestellt. Denn nun ist sie Hauptberuflich Schrifttellerin und Übersetzterin.

Mehrere Bücher sind als Co Autorin entstanden mit anderen Autoren. Unter anderem auch Thomas Endl vom Tingeltangel Verlag. Auch sind viele Bücher unter einen Pseudonym Julianne Sands, Tina Zang und Kris B. erschienen.
Außerdem hat sie seit 2014 einen eigenen Verlag für Ebooks: 26/books.
Wie ihr seht, Frau Spindler ist eine sehr vielfältige Frau. Sogar eine eigene Wikipedia Seite ist ihr gewidment!

Aber nun zu dem Interview. Weil nicht ich will vieles verraten, sondern die Autorin soll von sich erzählen! Also nimm bitte auf dem braunen Sofa platz und lass und loslegen :-)

Liebe Tina – ich Darf dich so nennen? Wie kam es zu den vielen verschiedenen Autorennamen?
Hallo Anja, meine ersten drei Bücher waren Krimis, die ich unter meinem richtigen Namen veröffentlicht habe. Doch dann habe ich einen sprunghaften Genrewechsel vollzogen und Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Also musste ein Pseudonym her. Zang ist mein Mädchenname, und Tina die Kurzform von Christine. Fertig war das Pseudonym. Wenn man erst mal angefangen hat, für jedes Genre ein neues Pseudonym zu verwenden, dann setzt man das auch fort, so kamen die weiteren Namen zustande.

Du schreibst ja viele verschiedene Genre. Wie ist es dazu gekommen?
Ich liebe die Abwechslung und habe große Lust, immer wieder etwas Neues auszuprobieren.

Wann hast Du herausgefunden, dass Du das Schreiben hauptberuflich machen möchtest?
Das war mir klar, sobald ich mit dem ersten Roman anfing. Ich habe 1997 meinen Job gekündigt und beschlossen, von nun an vom Schreiben zu leben. Ein bisschen naiv war das schon. Ich habe Glück, dass es geklappt hat.

Wie recherchierst Du für Deine Bücher?
Ich reise an die Schauplätze und interviewe Menschen, wenn ich spezielle Informationen brauche. Ich war zum Beispiel in London in einer Polizeiwache, wo ein sehr netter Constable mich herumgeführt und mir alles gezeigt hat. 

Hat sich Dein Leben verändert, als Du Dein erstes Buch herausgebracht hast?
Ich war total euphorisch und habe mich schon auf den Bestsellerlisten gesehen. Das ist zwar nicht passiert, aber es blieb spannend. Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht, z.B. bei Lesungen. Ich habe tolle Leute kennengelernt, vor allem Lektorinnen und andere Autoren. Das Schreiben ist ein noch viel traumhafterer Beruf, als ich gedacht hatte - auch ohne Bestseller ;) 

Wie sieht momentan Dein Alltag aus? Wieviel Zeit verbringst Du mit dem Schreiben? Und wie baust Du den Alltag in das Schreiben ein?
Ich bin eher chaotisch gestrickt, versuche aber, ein konstantes Pensum von mindestens 4 Seiten pro Tag einzuhalten. Der wichtigste Moment des Tages ist der frühe Morgen. Da diktiere ich – oft noch im Halbschlaf – Dialoge, Ideen und manchmal ganze Kapitel in mein Handy.
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Sind dort eventuell biografische Elemente mit darin verarbeitet?
Oh ja, sehr viele. Personen, Dialoge und Erlebnisse aus meinem Leben finden sich in meinen Bücher wieder. Besonders intensiv autobiografisch ist „Mond aus Glas“, mein Herzensbuch.

Hast Du lange gebraucht, um einen Verlag zu finden, der Deine Bücher druckt und herausbringt?
Bildergebnis für karatehamsterFür mein erstes Buch habe ich zwei Jahre nach einem Verlag gesucht. Danach wurde es einfacher – aber mit jedem Genrewechsel ging die Suche von vorne los. So hat es beispielsweise fünf Jahre gedauert, bis der Karatehamster bei arsEdition unterkam. Alle anderen Kinderbuchverlage hatten abgesagt! Mit über 100.000 verkauften Exemplaren ist das eine meiner erfolgreichsten Reihen. Ich habe gelernt: Durchhaltevermögen zahlt sich aus.

Hast Du noch Projekte, die Du in Zukunft erreichen oder beenden wist?
Ich habe noch sehr viele Projekte – mein wichtigstes ist eine Future-Fiction-Trilogie, mit der ich gerade angefangen habe. Da sie sehr umfangreich ist, wird sie mich mindestens drei Jahre beschäftigen.

3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören?
Mindestens eine Stunde singen, ein gemütliches Mittagessen genießen, ein freundliches Gespräch führen.

Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum?
„Running Man“ von Michael Gerard Bauer. Das ist für mich ein richtiges Wow-Buch. Ich habe es dreimal gelesen. Es ist so liebevoll gezeichnet, sprachgewaltig und berührend.
(Anmerkung: »Running Man« ist ein Plädoyer gegen Vorurteile.)

Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum?
Da wüsste ich keines, denn wenn mir ein Buch nicht gefällt, lese ich es nicht fertig. So weiß ich nie, wie schlecht ich es tatsächlich gefunden hätte.

Lebensmotto?
„Lebe, als wäre heute dein letzter Tag. Lerne, als würdest du ewig leben“. Mahatma Gandhi.  
Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
Danke. Ich bin froh, dass es euch gibt und dass viele von euch sich die Zeit nehmen, meine Bücher zu rezensieren oder mir Briefe und E-Mails zu schreiben. 

Bestimmt wirst Du oft in Interviews das Gleiche gefragt. Welche Fragen können Du nicht mehr “lesen” und welche Frage würdest Du gerne einmal beantworten?
Hm, ich mag eigentlich alle Fragen, auch die, die sich wiederholen, weil ich an ihnen sehe, was sich bei mir im Laufe der Jahre verändert hat, denn meine Antworten verändern sich dadurch auch. Eine Wunschfrage, dir mir noch keiner gestellt hat, fällt mir gerade nicht ein.  

Planst Du Deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?
Ich plane sehr wenig, meist nur den groben Rahmen und die Struktur des ersten Viertels. Der Rest ergibt sich beim Schreiben. Meine Charaktere überraschen mich am laufenden Band.

Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir?
Weil wir auf der Buchmesse in Frankfurt so eine nette Begegnung hatten.
(stimmt, das war eine Begegnung, die ich nicht so schnell vergesse. Sehr herzlich!)

Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?
Sie machen mich ein bisschen traurig, weil ich denke, dass ich jemanden enttäuscht habe. Wobei mir natürlich klar ist, dass das, was ich schreibe, nicht jedem gefallen kann. Trotzdem möchte ich meine Leser möglichst glücklich machen und gut unterhalten.

Was magst du überhaupt nicht in Büchern?
Wenn sie schlecht enden. Ich brauche immer ein Happy End. Wenn ein Buch tragisch endet, schreibe ich in Gedanken mein eigenes Happy End dazu. Das mache ich auch bei Filmen.


Vielen liebe Dank, liebe Tina. Es war mir eine Freude, diese Unterhaltung.
Ein sehr interessantes Interview mit einer vielfältigen Autorin und Verlegerin. Ich hoffe, das man noch viele gute Bücher von Tina Zang, Christine Spindler und Co (ich nenne es einfach mal so lapidar :D) lesen kann. Jedenfalls hat mich das Buch "Total durchgeknallt, die Jungs" voll überzeugt.
Bildergebnis für gänseblümchen clipart Ich finde Tina jedenfalls sehr interessant, schon allein wegen den ganzen Ausbildungen, die sie hat. Und weil sie eine herzliche Person ist, die ganz natürlich rüberkommt.
Und wie man sieht, muss man auch ab und zu mal den Schritt ins Unbekannte wagen, damit man so was wie Erfolg und Glück hat. 
Und wenn es sehr gut kommt, wird man sogar im Syndikat aufgenommen. Tina Zang hat es geschafft, sich einen Namen zu machen. Egal ob unter Christine Spindler oder eines ihrer Pseudonyms.

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