Samstag, 21. Januar 2017

Interview mit einen Autor .... heute Timo Leibig

Juhu, es ist online. Mein zweites Autoreninterview. Vielen Dank an Timo Leibig für die Zeit, die er sich zur Beantwortung der vielen Fragen genommen hat.


Timo Leibig ist eigentlich recht neu am Autorenhimmel.  Seit  2013 sind insgesamt 3 Bücher von dem Schriftsteller erschienen.  Mit Blut und Harz fing alles an.  Danach folgten Herznote (2014) und jetzt gerade erst im Juni 2015 Mädchendurst.
»Leibig weiß auf der Thriller-Klaviatur zu spielen. « So das  Kulturmagazin Carpe Diem über den Autor. Da muss ich zustimmen, denn eines seiner Bücher – Herznote – habe ich gelesen und war von Anfang an gefesselt. Meine Rezension findet ihr hier.
Als neuer Stern am Autoren Krimihimmel möchte ich doch Timo Leibig gerne mal ein wenig aushorchen, wie er überhaupt zum Schreiben gekommen ist. Und na klar mehr….
Deswegen habe ich ein kleines Interview mit dem Schriftsteller gemacht und wir uns dabei gemütlich auf dem braunen Sofa gemacht


Wie bist Du dazu gekommen, Autor zu werden?
Neben einigen Schreibversuchen in der Kindheit ruhte die Begeisterung für das Schreiben bis zum Studium (B.A. Design). Dort besuchte ich einen Werbetext-Kurs, in dem jeder Student ein Textprojekt erstellen durfte, auch aus dem Literaturbereich (die Professorin veröffentlichte selbst unter Pseudonymen Krimis). Also entstand für mich das Konzept zu meinem Erstling „Blut und Harz“. Danach wollte ich das Buch natürlich auch schreiben und setzte mich hinter den Schreibtisch …
Wie recherchierst Du für Deine Bücher, und woher kommen die Ideen? Wie z. B. bei Herznote, wo es unter anderem um einen Psychotherapeuten geht?
Die Grundrecherche erfolgt über das Internet. Für eine Vertiefung der Thematik suche ich dann Fachleute auf wie z.B. die Pressestelle der Polizei oder ein Institut für Verhaltensforschung bzgl. Triebtäter (Recherche für den Thriller Mädchendurst).
Und die Ideen kommen einfach. Das lässt sich nicht konkret beantworten. Alles beeinflusst einen in irgendeiner Form. So habe ich im Bekanntenkreis einen Psychotherapeuten, was die Idee zu Herznote schärfte.

Haben persönliche Erlebnisse Einfluss auf Deine Romane?
Natürlich, und ich denke, das betrifft jeden AutorIn. Das heißt nicht, dass man biografisch schreibt, aber die persönlichen Erlebnisse lassen Szenen lebendiger werden, da man auf Erfahrungen zurückgreift und nicht auf reine Fiktion. 


Blut und Harz ist ja ein Mystery-Thriller. Warum Mystery?
Da ich neben dem Thriller-Genre  auch Fantasy liebe und gerade die Mischung besonders reizend finde (wie Bücher von Stephen King oder Dean Koontz).

Mädchendurst ist ja der dritte Krimi und ein Anfang für eine Reihe mit dem Duo Goldmann und Brandner. Wie kamst Du darauf, eine Serie zu schreiben?
Als ich Mädchendurst schrieb, schrie das Duo um Goldmann und Brandner regelrecht nach einer Fortsetzung.  Da mir die Charaktere auch ans Herz gewachsen waren, war schnell klar: es wird ein zweiter Fall folgen. 

In Deinen Krimis geht es ja auch um Angst und Tod. Vor was hast du Angst? Oder hast Du Angst vor dem Tod?
Ängste sind ein zentrales Thema unserer Psyche. Jeder hat schon Angst erlebt, jeder kennt dieses Gefühl, sich umdrehen zu wollen, davonzurennen, nur schnell weg, kein Blick zurück. Ängste berühren uns emotional, daher stelle ich sie auch zentral in meine Bücher. Ängste habe ich natürlich: Vor dem Tod, vor Krankheit im Alter, vor Demenz – doch wer hat das nicht? Die Frage ist eher: wie geht man mit der Angst um?

Was war dein allererster Versuch einen Roman zu schreiben und was ist mit ihm passiert? Ist er veröffentlicht oder schlummert er gut versteckt in einer Schublade/Festplatte?
Der Versuch nennt sich „Bello“ – 43 handgeschriebene Seiten um einen Hund. Da war ich in der vierten Klasse und las den Ruf der Wildnis von Jack London, was mich dazu inspirierte.

Wie lange brauchst Du für ein Buch?
Lässt sich nicht pauschalisieren, aber grob: 3-5 Monate Schreibphase; 1-2 Monate Recherche im Voraus, 3-6 Monate Finalisierung (Überarbeitung, Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Marketing, etc.)


Hattest Du schon mal eine Schreibflaute? Und wie gehst Du damit um?
Ich setze mir ein Tagespensum von zwei Normseiten. Auch wenn nichts geht, produziere ich und übe somit. So überwindet man Flauten am besten. Ausgenommen natürlich Urlaub Bildergebnis für kleines smiley
Wie sieht Dein Alltag derzeit aus  und wie baust Du das Schreiben in diesen ein. Wo schreibst Du am liebsten?
Ich schreibe in meinem Büro, denn da bin ich nicht abgelenkt. Ich schreibe, wie oben erwähnt, mein Pensum jeden Tag, habe aber keine bestimmten Zeiten. Wie es eben passt.

Selbstverlag oder große Verlage? Was liegt Dir mehr?
Bisher Selbstverlag, aber vielleicht kommt noch ein großer Verlag irgendwann …

Warum Amazon?
Warum den Marktführer in Sachen eBooks auslassen?

Printbooks oder lieber Ebooks. Was veröffentlichst Du lieber?
Beides. Printbücher haben ihren Reiz, sind aber auch deutlich aufwändiger mit Versand, etc.. 

Wie hat sich dein Leben – nach der ersten Veröffentlichung – verändert?
Die Begeisterung für das Schreiben ist nochmals gewachsen und nimmt heute einen deutlichen Stellenwert im Alltag ein.


Wärest Du lieber der Schurke oder der Gute in ihren Krimis, falls Du dort eine Rolle spielen könntest?
Ich wäre ganz klar lieber der Schurke, der nächste Danny Ocean – mit Stil und Wortwitz.

Hast Du noch einen anderen Beruf?
Ja, ich bin studierter Designer mit Schwerpunkt Interaktionsdesign. Ich arbeite also als freiberuflicher Webdesigner und  -entwickler.

Hast Du ein Vorbild?
Kein konkretes, aber ich sehe bei vielen Menschen Eigenschaften, die mich beeindrucken. Diese Eigenschaften nehme ich mir zum Vorbild. Stephen King z.B. schreibt enorm starke Charaktere, während z.B. Chuck Palahniuk den treffendsten Sarkasmus an den Tag legt, den ich je gelesen habe.

Wo siehst Du Dich in fünf/zehn Jahren?
In fünf Jahren in den Bestsellerlisten; in zehn Jahren werden neue Autoren mit mir verglichen. Größenwahn – na klar. Ohne große Visionen bleibt man ein kleiner Fisch Bildergebnis für kleines smiley



Liest Du selber gerne? Wenn ja was?
Wer als Autor nicht liest, macht in meinen Augen etwas falsch. Ich lese schwerpunktartig Thriller und Fantasy (wie z.B. Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin), bin aber für fast alle Genres offen, um zu lernen.

Bist du optimistisch/realistisch/pessimistisch und warum?
Realistisch, weil ich versuche, die Welt mit offenen Augen zu betrachten. Wenn man sieht, wie es z.B. im Nahen Osten zugeht, fällt mir Optimismus äußert schwer.

Ein sehr interessantes Interview, finde ich.  Ich finde, aus Timo Leibig wird noch ein bekannter Autor. Großartig sind seine Bücher ja, meiner Meinung nach. 
Wer mehr über den neuen Krimiautor wissen möchte und auch über seine Bücher, der schaut mal auf der Homepage vonTimo Leibig vorbei.

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