Samstag, 21. Januar 2017

Interview mit einen Autor ... heute Ralf Kurz


Ja, hier ist es, mein erstes Interview mit einem Autor. Ralf Kurz hat mir die Ehre erwiesen und mir ein paar Fragen beantwortet. Vielen Dank dafür.
Ralf Kurz ist 1961 in der Pfalz geboren.

Seine ersten beiden Romane „Sdaiv – die Entführung der Fußball-Nationalmannschaft“ (Krimi, 2005) und „Die Ziege im Anzug“ (Liebeskomödie, 2008) sowie einige Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlichte er unter seinem Pseudonym FREEMAN.
 Er sagt über sich selber:
Manchmal ist es eine Lust, ein Buch zu lesen, aber es ist immer eine Lust, ein Buch zu schreiben.
 Und Ralf weiß genau, wann er Schriftsteller wurde: Am 2. Juni 2004, nachmittags gegen 17:00 Uhr, wurde ich Schriftsteller. So der Origninalton im Lebenslauf auf Lovelybooks
Rauf aufs braune Sofa und verrate bitte mehr über Dich.



 
Ihr letztes Buch heißt ja „Kopf oder Zahl“ . Wie kamen Sie auf die Idee zum letzten Buch?

Meine bevorzugten Fernsehsender sind PHOENIX, N24, ZDFInfo usw. Dort habe ich unterschiedliche Dokumentationen sowohl über mathematische Forschungen als auch die NSA gesehen. Aus der Kombination dieser beiden Themen entstand die Idee zu „Kopf oder Zahl“.


In dem Buch geht es unter anderen auch um die NSA. Sind dort eventuell biografische Elemente mit darin verarbeitet?

Nein, der ganze Roman ist fiktiv. Auch wenn die Schlapphüte aus Fort Meade mein Telefon abhören und meine eMails lesen, hat sich noch keiner von denen bei mir gemeldet.


Ist schon ein neuer Krimi in Bearbeitung und wenn ja, möchten Sie mir kurz verraten, worum es diesmal geht?

Ich habe mir bereits Gedanken um den fünften Band der Kommissar-Bussard-Reihe gemacht. Das Hauptthema wird voraussichtlich die Facebook-Generation sein, die sehr großzügig mit der Verbreitung privater Informationen umgeht. Hinsichtlich Täter und Motiv muss ich aber noch einiges recherchieren und bei einem Krimi sollte man nicht zu viel verraten. Im Regal wird das Buch aber vermutlich unter „Psycho-Thriller“ zu finden sein.
 

Kopf oder Zahl ist ja nun der vierte Teil einer Reihe mit Kommissar Bussard. Wie sind sie zu diesem Kommissar gekommen?

Den Charakter des Kommissars habe ich mit Bedacht entwickelt. Ich wollte keinen Superman und keinen James Bond, aber auch keine verkrachte Existenz, die von Dämonen aus der Vergangenheit beherrscht wird. Bussard sollte ein durchschnittlicher Typ sein, sympathisch und vor allem hartnäckig, den man irgendwo zwischen Columbo und Schimanski ansiedeln kann. 


Ihre Krimis haben ja immer brisante Themen wie z. B. Strassenkinder, Geheimdienst. Wie kommt man zu solchen Themen?

Das ist sehr unterschiedlich. Ein Freund (ein Professor für Mikrobiologie) gab den Anstoß zu „Die Honigspur“, wo es unter anderem um Tuberkulose geht und warum die Krankheit trotz Impfstoffen in der Dritten Welt noch immer sehr verbreitet ist. Die Straßenkinder, über die ich in „Im Schatten der Wahrheit“ schrieb, begegnen mir, wenn ich durch die Stadt gehe. Jeder sieht die Ärmsten der Armen, doch kaum jemand nimmt sie noch wahr und mit meinem Kriminalroman wollte ich das Thema etwas in den Fokus rücken.

Wären Sie lieber der Schurke oder der Gute in ihren Krimis, falls sie dort eine Rolle spielen könnten?
Um einen überzeugenden Kriminalroman zu schreiben, muss man über eine gehörige Portion krimineller Energie verfügen, sowohl was die Tat als auch was die Motivation des Täters angeht. Da ich im realen Leben jedoch kein Schurke bin, sondern eher wie Kommissar Bussard auf der Seite derjenigen stehe, die sich selbst nicht (mehr) wehren können, würde mich die Rolle des Schurken in einer Verfilmung sehr reizen. Ich wäre vermutlich SEHR böse ...


Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher?

Intensiv! Gute Recherche ist unverzichtbar, wenn ein Roman authentisch sein soll. Vor meinen ersten Krimi hatte ich ein sehr langes Gespräch mit einem Kriminalkommissar, der mir viele Aspekte der Polizeiarbeit erläuterte.

Die ersten Informationen für einen neuen Roman hole ich mir grundsätzlich aus dem Internet. Daraus entwickele ich eine Art „Stichwortliste“, die ich anschließend abarbeite. Ich lese Fachliteratur, sehe mir Dokumentationen an und führe Interviews mit Experten. Gerade aus diesen Interviews ziehe ich oft die wichtigsten Informationen, weil ich bei dem jeweiligen Gesprächspartner nachfragen kann und manchmal Aspekte auftauchen, von denen ich zuvor noch keine Ahnung hatte.


Haben Sie lange gebraucht, um einen Verlag zu finden, der Ihre Bücher druckt und herausbringt?

Nein, ganz im Gegenteil. Mit meinem ersten Manuskript unter dem Arm habe ich einen Verleger aufgesucht, der gleich interessiert war. Zwei Wochen später haben wir einen Autorenvertrag geschlossen. Als ich für meinen ersten Kommissar-Bussard-Krimi nach einem neuen Verlag suchte, ging es sogar noch schneller. Eine Woche, nachdem ich eine Leseprobe von „Die Honigspur“ an den Wellhöfer Verlag in Mannheim geschickt hatte, lag der Vertrag auf meinem Schreibtisch. Auf der anderen Seite habe ich jedoch auch drei Romane als eBooks in Eigenregie veröffentlicht, weil kein Verlag an den Manuskripten interessiert war. Allerdings habe ich auch nicht sehr intensiv nach Verlagen gesucht.


Schreiben Sie nur Krimis oder auch andere Genrebereiche?

Von den zehn Romanen, die ich bisher veröffentlicht habe, gehören fünf ins Krimi-Genre. Das Buch, das mir selbst am meisten am Herzen liegt, ist jedoch ein historischer Portraitroman („Der Diplomat“) über einen Mann, der im 18. Jahrhundert eine herausragende Leistung vollbracht hat und ohne dessen unermüdliche Arbeit heute ein deutscher Staat nicht denkbar wäre. Neben einer Liebeskomödie und einer erotischen Science-Fiction-Komödie habe ich jedoch auch zum Thema Mobbing einen gesellschaftskritischen Jugendroman („Luzifers Poesiealbum“) und mit „Das letzte Jahr der Händler“ einen zeitkritischen literarischen Roman geschrieben. Diese beiden Bücher sind für mich wertvoll, doch sie folgen nicht dem Mainstream und aus Mangel an interessierten Verlagen sind sie deshalb nur als eBooks verfügbar.


Sie waren bestimmt nicht immer Autor. Welchen Beruf haben Sie vor dem Schreiben ausgeführt und seit wann sind sie am Schreiben.

Ich habe den Kaufmannsberuf erlernt und in diesem Beruf arbeite ich heute noch, denn wie bei den meisten Autoren reichen die Einnahmen aus Tantiemen, Lesungen etc. nicht aus, um davon zu leben. Das Schreiben betreibe ich deshalb semiprofessionell.

Meinen ersten Roman habe ich im Jahr 2004 geschrieben und mit „Kopf oder Zahl“ (2014) ist nun der zehnte erschienen.


Wann haben Sie herausgefunden, dass sie das Schreiben hauptberuflich machen möchten

Diese Idee verfolgt mich seit meinem ersten Roman, doch dazu müssen die Verkaufszahlen meiner Bücher noch weiter steigen.


Hat sich Ihr Leben verändert, als Sie Ihr erstes Buch herausgebracht haben?

Ja! Da das Schreiben von Romanen sehr zeitintensiv ist, musste leider eine andere Freizeitbeschäftigung daran glauben. Früher habe ich als Bassist in Rock- und Bluesbands gespielt, doch für beides – schreiben und musizieren – haben meine Tage und Nächte einfach nicht genügend Stunden.


Wie sieht momentan Ihr Alltag aus? Wieviel Zeit verbringen Sie mit dem Schreiben? Und wie bauen Sie den Alltag in das Schreiben ein?

Das eigentliche Schreiben, d.h. die Arbeit an der Tastatur, nimmt nur die Hälfte meiner Zeit als Autor ein. Die andere Hälfte gehört einerseits den Recherchen, andererseits Aktivitäten, die den Verkauf der Bücher fördern (Besuche bei Buchhändlern, Lesungen oder wie letzte Woche vier Tage bei der Frankfurter Buchmesse). Alles zusammen beansprucht etwa die Hälfte meiner gesamten Arbeitszeit (im Durchschnitt etwa vier Stunden täglich), während ich die andere Hälfte meinem anderen Broterwerb widmen muss. Daneben treibe ich noch etwas Sport (ein wichtiger Ausgleich, wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt!) und spiele Billard, um meinem Geist Gelegenheit zu geben, sich mit etwas ganz anderem zu beschäftigen.


Haben Sie noch Projekte, die Sie in Zukunft erreichen wollen oder beenden wollen.

Zu beenden habe ich nichts (auch wenn noch ein halber Roman in meinem Schreibtisch liegt, von dem ich allerdings nicht weiß, ob ich ihn überhaupt beenden will). Es gibt jedoch Bücher, die ich neben den Bussard-Krimis noch schreiben möchte: einen weiteren historischen Portraitroman über ein Türkenmädchen (10. Jahrhundert) und einen Thriller über den Klimawandel. Eines dieser beiden Projekte werde ich vielleicht schon nächstes Jahr in Angriff nehmen.



hm, ein sehr interessantes Interview, wie ich finde. Wer gerne mehr über den Autor Ralf Kurz erfahren möchte, schaut einfach mal auf seiner Homepage vorbei.

Dort sind auch seine Bücher aufgeführt: http://www.ralf-kurz.de/Bücher.htm

Auch ich werde das ein oder andere lesen und na klar davon berichten.  Und auf seiner Seite erzählt er dann noch, das der Mannheimer Wellhöfer-Verlag eine Anthologie mit Geschichten um Geister und Gespenster, Magisches und Mysteriöses. Auch er hat unter "Wetten, das... eine Geschichte beigesteuert. Da ich ja eh ein Fan von Gespenstern und all den Sachen bin und dann noch eine Kurzgeschichte von Ralf Kurz (hihi ein Wortklabauker) drin ist, kommt dieses Buch auf jeden Fall auf die Wunschliste!



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